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Sarmersbach und seine Pfarrkirche

Geschichte > Historisches

Sieben Gemeinden bilden die Struth. Sechs davon haben eine eigene Dorfkapelle.
Doch das Herzstück jenes Landstrichs am Oberlauf der Lieser bildet die weithin
sichtbare Pfarrkirche oben auf 532 Meter hoher Bergeshöhe.
Die heutige Pfarrei Beinhausen wurde bis zum Beginn des
19. Jahrhunderts noch „Pfarrei Hilgerath“ (= heilige Rodung) genannt.
Errichtet wurde sie auf den Fundamentresten einer heidnischen Kultstätte aus vorchristlicher Zeit,
wobei der Erbauungszeitraum der ersten Kirche unbekannt ist. Die heutige zweite Kirche,
dem heiligen Hubertus geweiht, wurde im 15 Jahrhundert errichtet.
1803 wurde die teils baufällige Kirche abgetragen und neu erbaut.
Nur der uralte Westturm aus dem Mittelalter blieb bis heute erhalten.
1950 wurde das Kirchenschiff durch einen nördlichen und südlichen Anbau erheblich vergrößert.
Kirchlich gehörte Hilgerath zum Kurkölner Eifeldekanat, weltlich zur Erzdiözese Trier.
Dieser Zustand änderte sich 1803. Bedingt durch die französische Revolution wurde alle
politischen und kirchlichen Verhältnisse im Kreise Daun und im linksrheinischen Gebiet
grundlegend neu geregelt. Seit dieser Zeit gehört Hilgerath zur Diözese Trier und mit noch 34
weiteren Pfarreien zum Dekanat Daun, seit wenigen Jahren aber zum Dekanat Kelberg.
Seit 1807 trägt die Pfarrei auch nicht mehr den Namen „Pfarrei Hilgerath“, sondern „Pfarrei Beinhausen“.
Zentraler Mittelpunkt der im Inneren an und für sich kargen und schmucklosen Kirche ist
ein altes Wallfahrtsbild aus Holz, das die Beweinung Christi darstellt. Es stammt aus dem 15. Jahrhundert
und dürfte somit von Beginn des Kirchenbaus in ihm gestanden haben.. Es wurde 1903 instand gesetzt
und neu bemalt. Diese 86 cm hohe Holzstatue ist aus einem Stück gearbeitet.
Die Muttergottes ragt schlank aus der Mitte der drei trauernden Frauen heraus,
und über die Knie des Lieblingsjünger Johannes und der Maria Magdalena ist der Christuskörper hinweggelegt.
Auffallend ist dessen eingezogener Leib, dem eng anliegenden Lendentuch,
der bei geschlossenen Füßen eine symmetrische Haltung annimmt. Nur der rechte Fuß
von Maria ist etwas gehoben und stellt so eine Bewegung dar. Der Kopfputz von Maria lässt lediglich
ihr Gesicht frei. Besonders betont und eindrucksvoll ist das weinerliche Gesicht von Maria Magdalena.
Ein ähnliches Altarbild finden wir nur mehr in Bingen am Rhein.
Diese Muttergottes wurde eines Tages aus der Kirche gestohlen. Rund 20 Jahre blieb sie verschollen.
1995 wurde sie bei einem Kunsthändler in Biberach/Riß wieder entdeckt und konnte der Mutterkirche
zurück gegeben werden. Voller Freude über ihre Heimkehr legten die Struthbewohner ein Gelübde ab,
alljährlich am 2. Sonntag im September eine Sternwallfahrt aus den sieben Dörfern hin zu
ihrer Muttergottes in ihrer Pfarrkirche auf dem Hilgerather Berg durchzuführen.

*~* Text: Alois Mayer, Daun *~*

(c) 2017, Sarmersbach
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